Approbation in Heidelberg

Vorbereitungskurs in Heidelberg

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Stadt Heidelberg 07.07.2015        

Aus der Presse: Stadt Heidelberg, 07.Juli 2015

Heidelberg hilft ausländischen Ärztinnen und Ärzten bei der Berufszulassung

Neuer Vorbereitungskurs soll den Mangel an medizinischen Fachkräften ausgleichen helfen

Heidelberg hilft ausländischen Ärztinnen und Ärzten jetzt ganz konkret bei der Berufszulassung: Auf Initiative des Amtes für Chancengleichheit der Stadt Heidelberg und des IQ Netzwerks (Integration durch Qualifizierung) Baden-Württemberg gibt es ab sofort einen Vorbereitungskurs für die sogenannte Kenntnisprüfung für ausländische Ärztinnen und Ärzte in Heidelberg. Das neue Angebot soll helfen, den Mangel an medizinischen Fachkräften auszugleichen. Der dreimonatige Kurs hat erstmals mit rund 30 Teilnehmenden am 6. Juli 2015 begonnen und endet am 25. September.

Damit eine Ärztin oder ein Arzt mit einem Nicht-EU-Abschluss in Deutschland arbeiten darf, braucht er oder sie eine befristete Berufserlaubnis oder eine Approbation (unbefristete Berufserlaubnis). Um diese Berufserlaubnis zu erhalten, muss er oder sie eine Kenntnisprüfung, die sogenannte Gleichwertigkeitsprüfung, ablegen. Die Kenntnisprüfung weist nach, dass die medizinische Ausbildung gleichwertig mit dem Standard in Deutschland ist. Zur Vorbereitung auf diese Kenntnisprüfung bietet die „Freiburg International Academy“ des Universitätsklinikums Freiburg eine Fortbildung an, bei der medizinische Fach- und Sprachkenntnisse vermittelt werden – jetzt auch in Heidelberg.

Bei einer Präsentation am Dienstag, 7. Juli 2015, stellte Bürgermeister Wolfgang Erichson in der Stadtbücherei gemeinsam mit Elvira Stegnos vom IQ Netzwerk Baden-Württemberg und Dr. Nabeel Farhan, Ärztliche Leitung der Freiburg International Academy, das Projekt vor. Als Gäste waren Vertreterinnen und Vertreter der Kliniken aus Heidelberg, Mannheim und dem gesamten Rhein-Neckar-Kreis sowie von medizinischen Forschungseinrichtungen anwesend. Mit dabei waren außerdem die Teilnehmenden des ersten Kurses.

„Wir haben ein Interesse daran, dass Sie Ihre Qualifikationen und Potenziale nutzen“

Bürgermeister Wolfgang Erichson wandte sich an die Kursteilnehmenden: „Schätzungen zufolge fehlen im Jahr 2019 in Deutschland 37.000 Ärztinnen und Ärzte. Wir haben ein Interesse daran, dass Sie Ihre Qualifikationen und Potenziale, die Sie nach Deutschland mitgebracht haben, nutzen. Zudem wird der kulturelle und ethische Hintergrund immer wichtiger, weil auch unsere Gesellschaft immer multikultureller wird – das Ärztesystem sollte also genauso bunt sein wie die Bevölkerung. Für den Kurs und Ihre Zukunft wünsche ich Ihnen alles Gute!“

„Deutsch für Ärzte“ und Praxis-Training 

In Deutschland mangelt es an medizinischen Fachkräften; der Bedarf an Ärztinnen und Ärzten wächst stetig. Damit ausländische medizinische Fachkräfte effizient in der Versorgung von Patientinnen und Patienten eingesetzt werden können, müssen sie optimal in das deutsche Gesundheitssystem integriert werden.

Im Vorbereitungskurs werden allgemeine Sprachkenntnisse, Fachsprachenkenntnisse und medizinische Fachkenntnisse vermittelt – teils als Unterricht in der Gruppe, teils als E-Learning. Basis ist ein intensives Sprachtraining („Deutsch für Ärzte“). Für den sogenannten Patientenkommunikationstest üben die Teilnehmenden mit Schauspielern, die Patienten mimen. Zu den Vertiefungsübungen zählt das Schreiben eines Arztberichtes. Darüber hinaus gibt es ein Training der erforderlichen praktischen Fertigkeiten, des prüfungsrelevanten Fachwissens und eine Prüfungssimulation.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des ersten Vorbereitungskurses in Heidelberg stammen aus insgesamt 19 Nationen. beispielsweise aus Indien, Kuwait, Libyen, aus der Mongolei, Peru, Mexiko und Madagaskar. Die Hälfte der Teilnehmenden ist männlich, die Hälfte weiblich. Das Durchschnittalter beträgt 32 Jahre. Sie sind auf insgesamt 16 unterschiedliche medizinische Felder spezialisiert, unter anderem auf Herzchirurgie, Urologie, Dermatologie, Kinderheilkunde, Radiologie und Neurologie.